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Pressemitteilung
Datum: 08.05.2026
Kurzbeschreibung: Gemeinsame Pressemitteilung der Generalstaatsanwaltschaft Karlsruhe und der Polizeipräsidien Offenburg und Reutlingen
Karlsruhe, Offenburg, Reutlingen, Palma de Mallorca, den 08.05.2026
Gemeinsame Pressemitteilung der Generalstaatsanwaltschaft Karlsruhe und der Polizeipräsidien Offenburg und Reutlingen
• Festnahme eines mutmaßlichen Betreibers von Online-Fakeshops auf Mallorca
• Enge Zusammenarbeit mit Eurojust, der ZIT, dem BKA und den spanischen Behörden
• Umfangreiches elektronisches Beweismaterial beschlagnahmt
Nach mehrjährigen, umfangreichen und akribischen Ermittlungen der Polizeipräsidien Offenburg und Reutlingen unter Leitung des Cybercrime-Zentrums Baden-Württemberg (CCZ) konnte ein 35-jähriger deutscher Staatsangehöriger als einer der mutmaßlich führenden Köpfe in der deutschsprachigen Underground Economy identifiziert und am 6. Mai im Wege der Rechtshilfe durch die spanischen Behörden auf Mallorca festgenommen wer-den.
Die Festnahme erfolgte unter Beteiligung von Eurojust und in enger Zusammenarbeit mit der Fiscalía de la Comunidad Autónoma de las Illes Balears (Staatsanwaltschaft Palma de Mallorca) und der Policia Nacional in Madrid. Die Maßnahme wurde von Beamten des Cybercrime-Zentrums und der Polizeipräsidien Offenburg und Reutlingen – Kriminalpolizeidirektion Esslingen - begleitet. Grundlage der Festnahme war unter anderem ein vom Cybercrime-Zentrum erwirkter Europäischer Haftbefehl.
Gegen den ursprünglich aus dem Kreis Recklinghausen stammenden 35-jährigen Deutschen, der sich bereits seit mehreren Jahren unter falschen Identitäten auf Mallorca verborgen hielt, besteht in dem vom CCZ geführten Verfahren der Verdacht des banden- und gewerbsmäßigen Betrugs zum Nachteil von rund 1.000 Geschädigten aus Deutschland. Die bislang identifizierten Opfer stammen unter anderem aus Offenburg, Reutlingen, Freiburg, Karlsruhe und Stuttgart. Betroffen sind darüber hinaus Geschädigte aus zahlreichen Landkreisen in Baden-Württemberg und aus allen deutschen Bundesländern.
Dem Beschuldigten wird vorgeworfen, im Zeitraum von März 2023 bis Januar 2025 ins-gesamt 42 sogenannte Fakeshops im Internet betrieben zu haben. Über diese täuschend echt gestalteten Online-Shops sollen Geschädigte Waren bestellt und im Vertrauen auf deren Lieferung den Kaufpreis überwiesen haben, ohne die bestellte Ware erhalten zu haben. Der bislang ermittelte Gesamtschaden beläuft sich auf mindestens rund 323.000 Euro.
Nach dem derzeitigen Stand der Ermittlungen registrierte der Beschuldigte für jeden Shop eine eigene Domain und schaltete die jeweiligen Internetseiten frei. Als Zahlungsmethode wurde ausschließlich Vorkasse angeboten. Den Geschädigten wurden hierbei jeweils IBAN-Nummern ausländischer Bankkonten angezeigt, auf welche der Kaufpreis zu überweisen war. Die auf diesen Konten eingehenden Gelder wurden sodann weiter-transferiert und häufig in Kryptowährungen umgewandelt, um deren Herkunft zu verschleiern.
Der Festnahme gingen Ermittlungen der Cyber-Kriminalinspektionen in Offenburg und Esslingen voraus. Insbesondere durch technische Ermittlungen konnte der Beschuldigte identifiziert werden.
Zeitgleich zur Festnahme fanden Durchsuchungsmaßnahmen in der Wohnung des fest-genommenen Beschuldigten auf Mallorca sowie in mehreren Objekten in Deutschland statt. Betroffen waren neben dem 35-jährigen Tatverdächtigen zwei weitere Personen aus den Landkreisen Kaltenkirchen und Unna, die im Verdacht stehen, an den Taten beteiligt gewesen zu sein. Zudem wurde die Wohnung einer Zeugin im Landkreis Mettmann durchsucht. Es wurden zahlreiche elektronische Datenträger beschlagnahmt, die der Auswertung zugeführt werden. Darüber hinaus konnten bei dem Beschuldigten auf Mallorca Bitcoin im Wert von rund 314.000 Euro gesichert werden.
Der Beschuldigte befindet sich derzeit in Auslieferungshaft. Die weiteren Schritte, insbesondere die Überstellung in die Bundesrepublik Deutschland, sind Gegenstand laufender Abstimmungen.
Gegen den Beschuldigten besteht in einem von der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main – Zentralstelle zur Bekämpfung der Internet- und Computerkriminalität (ZIT) – und dem Bundeskriminalamt (BKA) geführten Ermittlungsverfahren ein weiterer Europäischer Haftbefehl im Zusammenhang mit dem Betrieb des Underground Economy Forums „crimenetwork“, der ebenfalls vollzogen wurde. Die Festnahme erfolgte deshalb in enger Abstimmung mit der ZIT und dem BKA (www.bustedagaincrime.network).
Presseauskünfte:
Generalstaatsanwaltschaft Karlsruhe / Cybercrime-Zentrum Baden-Württemberg
Pressestelle
Oberstaatsanwalt Mirko Heim
E-Mail: pressestelle@genstakarlsruhe.justiz.bwl.de
Telefon: 0721 926-9750
Polizeipräsidium Offenburg
Stabsstelle Öffentlichkeitsarbeit
Rüdiger Schaupp
E-Mail: offenburg.pp.sts.oe@polizei.bwl.de
Telefon: 0781 211 211
Polizeipräsidium Reutlingen
Stabstelle Öffentlichkeitsarbeit
Martin Raff
E-Mail: reutlingen.pp.pressestelle@polizei.bwl.de
Telefon: 07121 942-1105
